• Ulrike Freimuth

Dunkle Zeit des Jahres: Qualität und wie du sie nutzen kannst

Heute Morgen war ich auf dem Heiligenberg spazieren, ein alter keltischer Kraft- und Ritualort. Es war sehr neblig. Die Natur entfaltete eine ganz eigene mystische Atmosphäre, so dass ich manchmal das Gefühl hatte, in einer anderen Welt unterwegs zu sein. Stille, Frieden, Verbundenheit haben sich eingestellt. Ein leicht modriger, würziger Geruch, leise Tropfen, die von Bäumen fielen, Schattenriesen, die aus dem Nebel auftauchten. Gedanken an die letzten Wochen, die Aufregung im Außen, Ängste, die sich jetzt verstärkt zeigen. Die Einladung, die jetzt auch durch den Lockdown sehr klar an uns getragen wird: Sich in den Rückzug zu begeben, in die Stille, in die Dunkelheit.

Die Qualität des Dezembers ist genau dies: Langsam werden, aus den Aktivitäten im Außen aussteigen, so wie die Natur sich ganz im Rückzug und in der Stille befindet. Es geht darum, die Dunkelheit, die sich jetzt, in den kürzesten Tagen des Jahres über das Licht erhoben hat, zu würdigen, ihre Qualität zu erforschen - im Außen, wie im Innen. Es gilt, die eigenen dunklen Räume zu öffnen, sich den eigenen Ängsten zu widmen, sie zu erkunden, sich ihnen wohlwollend zuzuwenden. Und damit allmählich die Angst vor diesen besonderen Räumen in uns zu verlieren, die Schätze zu heben, die dort auf uns warten.


Wir sind eingeladen, in diesen Tagen Licht in unsere unbewusste Ebene zu bringen, indem wir uns Zeit nehmen zu meditieren, zu reflektieren, still zu werden. Indem wir uns Zeit für uns alleine nehmen, in unsere eigene Stille einkehren, wie in ein gemütliches Gasthaus, das uns willkommen heißt. So stellen wir die Verbindung zu uns selbst, zu unserem innersten Wesen, unserer ganz eigenen Stimme wieder her. Und verbinden uns dadurch mit dem Leben, dem großen Ganzen.

Vielleicht magst auch du die kommenden Tage und besonders auch die Abendstunden nutzen, um dir Zeit für dich zu nehmen und mutig in Verbindung mit dem zu gehen, was in deinen dunklen Räumen auf dich wartet. Es hilft, wenn du zB bewusst in der Dunkelheit sitzt, die Augen geöffnet hast und die Dunkelheit mit möglichst allen Sinnen wahrnimmst. Dann die Augen schließt und in dein Inneres schaust, dich über deinen Atem mit dir, deinem Körper, deinem Bewusstsein verbindest. Und offen bleibst, für das, was sich zeigt, deine Gedanken und Gefühle willkommen heißt. Also dein liebevollen Blick darauf richtest und damit Licht in das Dunkle scheinen lässt. Wenn du magst, kannst du zum Abschluss eine Kerze entzünden, dich auf die Flamme fokussieren und dieses Licht in dich aufnehmen. In dem bewussten Erleben der Dunkelheit können wir das Licht wieder in seiner eigenen Qualität wahrnehmen und wertschätzen. Beides hat seinen Platz im Leben und ist im Gleichgewicht.

Schon bald wird sich das Licht auf den Weg machen, die Tage allmählich wieder länger werden. Am 21.12. ist die Wintersonnenwende. Sie läutet die Rauhnächte ein, die eine ganz besondere, heilsame und magische Zeit zwischen den Jahren und zwischen den Welten sind. Für jetzt zelebriere die letzten längsten Nächte des Jahres und empfange die Geschenke von Tiefe, von Weisheit, von einer Ahnung, dass es noch mehr gibt im Leben, neben der rein materiellen Dimension.

Wenn du einen Adventskranz zu Hause hast: Er symbolisiert mit den immergrünen Zweigen den ewigen Kreislauf des Lebens: Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt. So wissen wir, dass nach dieser Zeit des Winters, des Dezembers, das Leben von neuem beginnen und das Licht zurückkehren wird. Im Vertrauen darauf können wir uns leichter mit der Qualität des dunklen Winters verbinden und neue Energie aufnehmen in der Stille und Ruhe in diesen Tagen.

Eine gesegnete Adventszeit für dich - Herzensgruß von Ulrike

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