• Ulrike Freimuth

# 12. Rauhnacht: Dezember, Perchtnacht, Räuchern und Bereinigen, Müßiggang

Wow, die letzte Raunacht. Am 05. Januar um Mitternacht schließen sich wieder die Tore zur Anderswelt, wird die Energie sich wieder lichten, die Magie und der Zauber der Rauhnächte sich langsam verabschieden. Der Dreikönigstag zählt für mich auf jeden Fall noch zu den Rauhnächten, so dass es morgen noch einen letzten Rauhnachtsartikel von mir geben wird, zur Vollendung dieser Reise.


Wie haben sich für dich die Rauhnächte entwickelt? Konntest du heilsame innere Prozesse durchleben, Impulse für die Ausrichtung im neuen Jahr empfangen und vielleicht schon erste, konkrete Samen setzen?


Ich darf sagen, dass meine Rauhnächte sich durchaus intensiv gezeigt, sich tiefe Erkenntnisse eingestellt haben, eine paar Impulse für das neue Jahr kamen und es steht ja noch eine an… Es ist viel passiert, obwohl ich mich doch eigentlich zurückgezogen habe… Trotzdem das Gefühl, von einem to do zum Nächsten zu hecheln, also Medi am Morgen, dann Texte einstellen, Winterretreat online, kochen und essen, spazieren gehen, Meditationen/ Übungen / Rituale durchführen, Texte schreiben, Meditation mit schriftlicher Reflexion am Abend und zack war der Tag rum. Erst seit gestern endlich mehr Ruhe, im Innen wie im Außen. Innehalten, weniger tun, einfach mal rumliegen, merken, wie müde ich bin, in Verbindung mit dem Inneren Kind gehen.

Schauen, welche Gedanken mich triggern, sehr beschäftigen und mich dann dem inneren Prozess öffnen, der dahinter steht.

Heute zB die Erkenntnis gewonnen, aus einer Wut auf eine Arbeitskollegin heraus, dass ich nicht so viel Arbeit „aufgebrummt“ bekommen mag, mehr Erholungspausen möchte und auch, dass ich mir Wertschätzung und Anerkennung für die geleistete Arbeit wünsche. Tiefer geschaut kam ich dann noch dahin, dass ich einfach nur da sein mag, ohne dafür etwas leisten zu müssen und dass das ok ist. Das ist jetzt die stark vereinfachte Version, die aber mit intensiven Gefühlen verbunden war. Danach kamen Frieden, Stille und Verbundenheit.

Vielleicht geht es manchmal genau darum: Diese Art der Erkenntnis zu erfahren, die nichts mit dem Kopf zu tun hat, sondern mit einem Eintauchen in die Gefühle, sich öffnen für das, was sich zeigt, ohne Ablehnung und Bewertung. Und letztlich sich selbst im Gegenüber anzunehmen.


12. Rauhnacht: Räuchern und Bereinigen


Es ist wieder Zeit zum Reinigen … Zum einen wäre heute nochmals ein guter Tag, dein Zuhause zu räuchern und alles auf feinstofflicher Ebene zu reinigen, was noch an alten, vielleicht auch negativen Energien „drin hängt“. Dafür eignen sich Weißer Salbei, Palo Santo, Beifuß, Moksha und Weihrauch. Während des Räucherns kannst du Mantren singen, Gebete sprechen oder einfach 1 - 2 Sätze, die dir in den Sinn kommen, in etwa wie „Möge dieses Zuhause gereinigt sein von allen alten und negativen Energien. Mögen hier Frieden, Liebe und Freude sein.“


Nimm dir heute Zeit, um die Rauhnächte zu reflektieren: Was ist nicht gut gelaufen? Welche Nachrichten waren negativ, welche Zeichen haben sich nicht gut angefühlt, gab es Streit, schlechte Träume, etc. ? Schreibe wieder alles auf und formuliere eine positive Version daraus, verbrenne die negative Version. Die genaue Anleitung findest du im 4. Rauhnachtstext.

Perchtennacht


In der Alpenregion finden in dieser Nacht sogenannte Perchtumzüge statt. Menschen verkleiden sich mit Fellen und gruseligen Masken, um dann mit knallenden Peitschen durch die Straßen zu ziehen und ihre Späße mit den Schaulustigen zu treiben. Ursprünglich war dies symbolisch der Akt, an dem Frau Holle oder Holla oder „Percht“, die Sagengestalt bzw. Göttin, die für die Rauhnächte steht, mit ihrem Gefolge zu den Menschen kommt und sie am Ende der Rauhnächte „richtet“. So, wie im Märchen Frau Holle die Goldmarie reich beschenkt und die Pechmarie bestraft, verfährt sie auch mit den Menschen: Faule, verlogene, boshafte Menschen werden bestraft und fleißige, gutherzige Menschen belohnt.

Zudem vertreiben die Perchten die bösen Geister, die sich am Ende der Rauhnächte nochmals verstärkt under den Lebenden zeigen wollen und nicht immer Gutes im Sinn haben. Diese Nacht wird deshalb auch „Hollanacht“ und „Perchtnacht“ genannt. Der Brauch der Perchtläufe geht bis in die keltische Zeit zurück.


Die Nacht vom 05. auf den 06. Januar wird auch Nacht der Wunder genannt, weil sie einen besonderen Zauber und magische Kräfte hat. Träume dieser Nacht gehen oft in Erfüllung; rituell-magische Gegenstände werden gereinigt, gesegnet und aufgeladen; Salz, Wasser und Kreide werden in der Kirche geweiht und Wasser, das um Mitternacht aus der Quelle geholt wird, hat besondere Heilkraft.


Zeit für die Muße


„Als Muße bezeichnet man die Zeit, die eine Person nach eigenem Wunsch nutzen kann. Nicht alle Freizeit ist zugleich Muße, da viele Freizeitaktivitäten indirekt von Fremdinteressen bestimmt werden. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes (althochdeutsch „muoza“, mittelhochdeutsch „muoze“) war Gelegenheit, Möglichkeit.“ Wikipedia


In einer Zeit, in der Produktivität und Leistung so hoch geschrieben wird, wie in der unsrigen, bekommt man schnell ein schlechtes Gewissen, wenn man sich einfach mal gepflegt dem Nichtstun widmen möchte. „Chill mal“ ist doch eigentlich eine feine Sache, die unsere jüngere Generation an uns heran trägt. Wann hast du zum letzten Mal wirklich entspannt und mit gutem Gewissen gechillt, nichts getan, hast entspannt eine Tasse Tee getrunken und einfach mal nur auf dem Sofa gelegen?


In diesen stürmischen Zeiten ist so wichtig, wieder mehr innezuhalten, bei sich zu sein, sich nicht so stark in Aktivitäten und einem vollen Terminkalender zu verlieren. Und ich weiß, wie schwer das grade im Alltag mit Job und dann vielleicht noch Familie, Kindern ist. Trotzdem mag ich dich animieren, regelmäßig Zeiten der Langsamkeit und des Müßiggangs einzulegen. In diesen Zeit hat unsere Seele Zeit, sich zu erholen und es wird Raum geschaffen für Kreativität. Wir können von der Muße überhaupt erstmal geküsst werden. Bei der Geschwindigkeit, die wir oft an den Tag legen, erwischt sie uns ja gar nicht erst ;-) In Zeiten des Nichtstun entstehen manchmal die verrücktesten und genialsten Ideen oder Lösungen für Probleme. Diese könnten wir uU in dieser Zeit des Umbruchs und der Veränderung gut gebrauchen.


In sehr frühen Zeiten war es übrigens verpönt, so viel zu arbeiten. Man empfand im Gegenteil die Arbeit als etwas Lästiges, was schnell verrichtet werden sollte, um sich wieder den angenehmeren Dingen des Lebens zuzuwenden. Leider war das natürlich eher der privilegierten Schicht vorbehalten, von der Antike bis zum Mittelalter. Dann veränderte sich der Schwerpunkt des Lebens immer mehr Richtung Arbeit, geprägt durch die christliche Religion und Philosophie der Klöster. In Zeiten der Industriellen Revolution hat die Verherrlichung der Arbeit einen traurigen Höhepunkt gefunden.


Ich glaube, dass wir durch die Corona-Umstände auch ein Stück weit gezwungen sind, langsamer zu werden. Wir können zB unser Konsumverhalten kritisch hinterfragen, egal ob dies ganz materieller Art oder insbesondere auch der Medienkonsum ist. Und vielleicht gelingt es uns auch, Zeiten des Müßiggangs bewusst einzuplanen.


Die Sterntaler


Ein Märchen, welches zu dieser Rauhnacht gut passt, ist die Geschichte vom Sterntaler. Das arme Mädchen gibt alles, was sie hat her, hilft aus ihrem guten Herzen heraus den Bedürftigen. Nach und nach befreit sie sich so von allen materiellen Besitz. Der Himmel lässt dafür die Sterne als Taler für sie regnen. Sinnbildlich die Weisheit des Lebens, die Führung der Ahnen und die Verbindung mit der geistigen Welt bzw. einem höheren Bewusstsein. Alles, was sich uns offenbart, wenn wir uns mehr unserer Innenwelt und unserem Herzen zuwenden.


Für die heutige Rauhnacht wünsche ich dir ein letztes Mal magische und heilsame Momente und Erkenntnisse.

Herzensgruss von Ulrike


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